In der letzten Zeit wurde ich häufiger gefragt, was für Möglichkeiten es gibt, eine eigene Webseite zu erstellen, daher fasse ich meine Gedanken hier einmal zusammen. Dabei gilt immer: entscheidend ist, was mit der Website passieren soll, welchen Zweck sie erfüllen soll. Ein Blog, der nicht regelmäßig mit neuem Content am Leben gehalten wird ist genau so nutzlos wie eine unübersichtliche und damit abschreckende Webseite. Dieser Gedanke sollte am Anfang stehen: wofür wird die Webseite benötigt? Eine Web-Visitenkarte, wo Kontaktmöglichkeiten kommuniziert werden? Vielleicht noch das Portfolio (wie z.B. einige Bücher) präsentiert werden sollen? Oder soll ein Webshop in die Seite integriert werden und Käufe möglich sein. Je nach dem Ziel wird man unterschiedlich viel Zeit und finanzielle Mittel investieren müssen. Ich beschränke mich aber im weiteren auf einfachere Webseiten, etwa Autoren-Webseiten, Webvisitenkarten, Portfolio-Seite, Firmenwebseiten und Blogs.

WordPress.com oder Baukasten?

Für viele, die mit dem Gedanken spielen, eine eigene Website aufzusetzen, ist WordPress oder ein Webpage-Baukasten, den es häufig irgendwo kostenlos dazu gab, eine Überlegung wert. Beides kann funktionieren, man sollte aber bedenken, dass auch hier schnell Kosten entstehen, wenn man Services nutzen möchte, die über das Basisangebot hinaus gehen. Wer bei WordPress.com keine Lust auf die xxxx.wordpress.com-Adresse hat, muss dafür beispielsweise Gebühren bezahlen, ebenso wenn man ein anderes als die vorhandenen Basis-Themes nutzen möchte.

Kostenlose oder Freemium-Angebote

Neben den bereits genannten gibt es eine Reihe weiterer, zu Beginn meist kostenloser Angebote (Freemium-Modell) wie Weebly, Wix oder Jimdo. Hier lassen sich ansprechende Seiten mit statischem Inhalt oder auch ein Blog leicht erstellen. Die Einarbeitungszeit für diese Systeme ist relativ kurz, die Seiten sind variabel und vor allem auch mit kleinen Geräten wie Smartphone oder Tablett gut lesbar, d.h. die Themes sind responsive – was heutzutage immer wichtiger wird.

WordPress oder Joomla? Die Wahl des CMS

Wer regelmäßig bloggt, sich und seine Arbeit etwas umfangreicher präsentieren möchte oder ernsthaft Suchmaschinenoptimierung betreiben möchte kommt um ein Content-Management-System (CMS) nicht herum. Ich empfehle dazu eines der am weitesten verbreiteten CMS wie WordPress oder Joomla zu nutzen. Beide sind nach einer Einarbeitungszeit gut zu bedienen und die Verwaltung nicht übermäßig kompliziert. Außerdem sind sie sehr gut erweiterbar und man kann mit beiden CMS auch komplexe Projekte mit integriertem Webshop, Verzeichnissen, Umfragen und vielem mehr erstellen.

Für die Einrichtung und das Design eines CMS werden Vorkenntnisse benötigt, oder die Bereitschaft sich einige Tage einzuarbeiten. Aber selbst mit Grundkenntnissen ist es danach möglich, eine Webseite und einen Blog innerhalb von kurzer Zeit (etwa einer Stunde) aufzusetzen – wenn Inhalte vorhanden und die Struktur klar sind. Erfahrungsgemäß sind es gerade die letzten beiden Dinge, die eine Planungsphase verzögern und viel Zeit und Kopfzerbrechen machen.

Sich selbst einarbeiten

Das Hosting einer Webseite ist immer mit monatlichen Kosten verbunden, allerdings kann man Webhoster finden, die ihre Kosten mit dem Schalten von Werbung wieder amortisieren. Eine schöne Möglichkeit, sich ohne großen Aufwand beide Systemen anzuschauen und mit ihnen zu experimentieren bietet Cloudaccess, ein Webhoster for WordPress und Joomla, bei dem man eine kostenlose Demo-Version des CMS mit wenigen Klicks erstellen kann. Danach hat man 30 Taege Zeit einzuarbeiten und auszutoben. Auf Wunsch (und gegen Gebühr) wird die Seite dann selbstverständlich auch weiter gehostet. Aber auch andere Webhosting-Anbieter haben sich auf Joomla und WordPress spezialisiert und bieten mitunter Tutorials zur Einrichtung und Pflege der eigenen Webseite – bspw. Siteground, wo diese Webseite gehostet wird.

Es gibt noch ein paar Sachen mehr zu beachten, wenn es um das Erstellen einer eigenen Webseite geht, wie zum Beispiel die Domainreservierung und die Wahl des passenden Hosters. Ich werde dazu demnächst noch etwas mehr schreiben und eine kleine Reihe daraus machem. Sollte es noch andere Fragen geben: einfach fragen…

 

[Update vom 17.02.15] Unter Joomla.com findet man seit ein paar Tagen ein neues Angebot. Ähnlich wie bei WordPress.com können kostenlos Subdomains registriert werden (ichwilleinedomain.joomla.com), die eine eingeschränkte Joomla-Version entahlten, die sofort benutzt werden kann. Eine schöne Möglichkeit, sich Joomla mal genauer anzuschauen.

 

Transparenz-Anmerkung: Ich unterhalte mit keinem der oben genannten Unternehmen irgendwelche geschäftlichen Beziehungen oder profitiere davon, wenn die Webseiten besucht werden.